Online im Regionalexpress: WLAN-Pilot im Nahverkehr nimmt zwischen Mönchengladbach und Münster Fahrt auf

10.03.2017

(Düsseldorf, 9. März 2017)  Ab dem 13. März steht Fahrgästen in zwei Zügen der Linie RE 42 erstmals ein kostenfreier Internet-Zugang zur Verfügung. Insgesamt stattet DB Regio NRW vier der zwischen Mönchengladbach und Münster verkehrenden Regionalexpress-Fahrzeuge vom Typ ET 1428 zu Testzwecken mit WLAN-Systemen aus. Die Nahverkehrstochter der Deutschen Bahn bringt das Pilotprojekt in Kooperation mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), dem Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und dem benachbarten Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) auf die Schiene.

„Ziel des einjährigen Testbetriebs ist es unter anderem, Erfahrungen über die notwendige technische Ausrüstung, die Dauer und den Aufwand der Umbauarbeiten sowie die damit verbundenen und laufenden Kosten zu sammeln“, erklärt Rolf Ommen, Abteilungsleiter Nahverkehrsmanagement des VRR. Denn in einem Nahverkehrszug ist es nicht wie im heimischen Netz damit getan, den Router in einer Buchse einzustecken. Für die Empfangstechnik muss auf dem Dach zunächst eine spezielle Antenne installiert werden. Außerdem verlegen Elektriker im Inneren des Schienenfahrzeugs ein aufwändiges Kabelsystem. Dafür müssen Teile der Innenverkleidung entfernt und nach der Montage der elektronischen Bauteile wieder angebracht werden. Insgesamt nimmt die WLAN-Ausrüstung eines einzelnen Fahrzeugs etwa vier Tage am Werkstattstandort Münster in Anspruch.

Auch anders als bei einem stationären WLAN-Anschluss sind für eine stabile Internetverbindung im fahrenden Zug besondere Herausforderungen zu meistern. Dazu gehört zum Beispiel die stark variierende Netzabdeckung der Mobilfunkanbieter entlang der Strecken. Zum Teil gibt es Funklöcher, insbesondere in ländlichen Gegenden. „Im Rahmen des Pilotprojekts wollen wir Erfahrungen sammeln, wie zuverlässig das WLAN in einem Nahverkehrszug funktioniert, der in Regionen mit unterschiedlicher Ausleuchtungsstärke unterwegs ist“, so Michael Geuckler, Mitglied der Geschäftsleitung des NWL. Um möglichst belastbare Ergebnisse zu gewinnen, wurde die Linie RE 42 als Pilot-Teststrecke ausgesucht: Diese verläuft sowohl durch ländliche Regionen als auch durch den Ballungsraum Ruhrgebiet.

„Viele Pendler legen zwischen Wohn- und Arbeitsort immer längere Strecken zurück“, stellt Andree Bach, Vorsitzender der Regionalleitung von DB Regio NRW, heraus. „Reisezeit wird damit auch im Nahverkehr zunehmend zur wertvollen Nutzzeit.“ Diese effektiv und verlässlich für berufliche oder private Belange verwenden zu können, schaffe einen deutlichen Mehrwert gegenüber dem Individualverkehr. „Die Voraussetzungen für WLAN in Bestandsfahrzeugen quasi ,unterm rollenden Rad‘ zu schaffen, ist eine besondere Herausforderung. Dieses Pilotprojekt wird uns nicht nur technische sondern auch wirtschaftliche Erkenntnisse zur Möglichkeit der Nachrüstung bereits im Einsatz befindlicher Züge bringen“, so Bach.

Kostenlos online ohne Registrierung

Eine auffällige Fensterbeklebung sorgt dafür, dass die mit WLAN ausgestatteten Fahrzeuge schon beim Einstieg erkennbar sind. Im Zug informieren Plakate darüber, wie die Anmeldung am Router funktioniert. Das geht ganz einfach: Sobald der Browser des Smartphones, Tablets oder Laptops erstmals im Zug-WLAN gestartet wird, öffnet sich die Startseite des Routers. Hier erscheinen zunächst die Nutzungsbedingungen. Diese müssen mit einem Klick auf den Button „Hier online gehen“ akzeptiert werden. Besonderen Wert legen die Projektpartner auf die Wahrung des Datenschutzes. Eine persönliche Registrierung ist im System der Testfahrzeuge auf der RE 42 nicht notwendig. Vorteil für die Fahrgäste: Als WLAN-Nutzer müssen diese keine persönlichen Daten angeben.

Um möglichst umfassende und valide Erfahrungen sammeln zu können, wird es im Laufe des einjährigen Testbetriebs immer wieder technische Anpassungen geben. So wird unter anderem getestet, auf welche Weise der WLAN-Empfang entlang der Strecke möglichst stabil gehalten werden kann. Auch die Datenrate soll variiert werden, um herauszufinden, wie möglichst viele Fahrgäste gleichzeitig mit der bestmöglichen Geschwindigkeit surfen können. Ähnlich wie bereits in ICE-Zügen üblich, soll es in einer späteren Phase zudem ein „Content-Portal“ geben, über das Fahrgäste zum Beispiel Nachrichtensendungen und Spielfilm-Serien schauen können. Eine besonders wichtige Rolle bei dem Pilotprojekt spielt die Meinung der Fahrgäste. Deshalb ist die Durchführung von Kundenbefragungen – größtenteils per Online-Fragebogen - vorgesehen, bei denen auf rege Beteiligung gehofft wird.