Qualität

Pünktlich und zuverlässig

"Pünktlich wie die Eisenbahn", hieß es früher. Eine Redewendung, die heute für viele häufig nicht mehr nachvollziehbar ist. Dabei liegt die durchschnittliche Pünktlichkeit im Münsterland auf einem hohen Niveau - besonders auf Strecken, die nicht auch parallel vom Fern- bzw. Güterverkehr stark beansprucht werden, fahren die Züge meist zu mehr als 90% pünktlich. Als pünktlich gewertet werden alle Züge mit einer planmäßigen Ankunft oder einer geringen Verspätung bis zu drei Minuten. 

Ein Blick auf die einzelnen Monate zeigt jedoch, dass zum Jahresende vermehrt Verspätungen auftreten. So sinken die Werte alljährlich im Oktober und Dezember. Ursache sind die feuchte Witterung und das fallende Laub. Die nassen Blätter verursachen auf den Schienen einen Schmierfilm, vergleichbar dem Glatteis auf der Straße. In Folge dessen können die Züge nur noch verzögert bremsen und beschleunigen. 

Besonders verspätungsanfällig sind die Linien mit einem langen Laufweg und einer parallelen Belegung der Strecke mit Fernverkehrs- und Güterzügen. Die niedrigsten Werte im 1. Quartal 2013 wurden auf dem RE 6 und der RB 69/89 festgestellt - beides Linien, die den stark belasteten Streckenabschnitt Bielefeld - Hamm befahren.

Auf den Linien im westlichen Münsterland (RB 51, RB 63 und RB 64) verkehren die Züge mit einer Pünktlichkeit von über 94%, gleiches gilt für die Linie RB 32 mit sogar 98%. Auch die Linien RB 66 der WestfalenBahn und die 2013 noch von der NordWestBahn betriebene RB 67 verkehren zu über 90% pünktlich oder bis zu drei Minuten verspätet. Der Wettbewerb zeigt auch hier positive Effekte.

Im Nahverkehrsplan Westfalen-Lippe wird ein Zielwert der Pünktlichkeit von 95% genannt. Dabei sollen Abhängigkeiten von infrastrukturellen und betrieblichen Gegebenheiten berücksichtigt werden.

WEITERE QUALITÄTSMERKMALE UND IHRE KONTROLLE

Neben der Pünktlichkeit sind vor allem das Platzangebot, die Sauberkeit der Fahrzeuge und Stationen sowie die verfügbaren Fahrgastinformationen und die Vertriebsstellen von hoher Bedeutung für die Fahrgäste.

Die Einhaltung dieser in den Verträgen mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen vereinbarten Qualitätsmerkmale wird vom ZVM stetig kontrolliert. So wird beispielsweise die Sauberkeit, die Funktionstüchtigkeit der Automaten in den Fahrzeugen oder die Kundeninformation im Zug mittels Flyern und Durchsagen regelmäßig von Profitestern geprüft. Ergänzend werden die Kunden befragt und so deren Zufriedenheit ermittelt.

Dabei hat sich gezeigt, dass die modernen Triebwagen von den Fahrgästen sehr geschätzt werden. Die durchgängig einsehbaren und lichtdurchfluteten Züge vermitteln ein Gefühl von Sicherheit. Um diese Sicherheit zu verstärken und den Kunden einen Ansprechpartner im Zug zur Verfügung zu stellen, hat der ZVM auf vielen Linien die Anzahl der Zugbegleiter kontinuierlich erhöht.

Bei Nicht- bzw. Schlechtleistung der Qualitätsvorgaben wird ein vertraglich festgelegter Teil des Bestellerentgeltes einbehalten. Diese Abzüge werden vom ZVM in den SPNV im Münsterland reinvestiert.